Planung eines erbebensicheren Wohnhauses

150525_animation_smallPhase Ia: Planung eines erdbebensicheren Wohnhauses, das in nepalesischen Verhältnissen und unter Einsatz der vorhandenen Materialien kostengünstig und sehr schnell (Fertigstellung der Skelettkonstruktion inkl. des Dachs in einer Woche) gebaut werden kann (Mai 2015)

Die Grundlagen für die Mengenermittlung der einzelnen notwendigen Baumaterialien sind die Entwurfspläne für das Pilothaus von Badri, das in Sudal, einem kleinen Dorf 6 km östlich von Bhaktapur entsteht. In dieser Woche räumen wir das Grundstück vom Erdbebenschutt, erstellen das Grundstücksaufmaß und beauftragen den Bodengutachter zur Beurteilung des tragfähigen Bodens für die 12 Fundamente.

Baupläne

Baupläne

Grundsätzlich kann die Dachneigung des Gebäudes zwischen 25 und 30 Grad betragen, diese entspricht den baukulturellen Vorgaben und den noch vereinzelt vorhandenen Wohngebäuden. Bei den Massangaben wurden derzeit 25 Grad angenommen. Eine andere Dachneigung bis 30 Grad kann individuell geplant werden und hätte den Vorteil, dass Kleinigkeiten im Dachboden gelagert werden könnten. Im Pilotgebäude ist keine Decke vorgesehen, so dass man durch die Konstruktion bis unter die Dachebene schauen kann, was den Räumen ein besseres Wohnklima verschafft. Der Einbau einer Decke ist auch nachträglich immer möglich.

Ein erster Überblick über den Ablauf der Ausführung der Bauarbeiten und deren Detailpunkte: Sämtliche Baumaterialien können wir mit einem kleinen Lieferwagen bis ca. 200 bis 300m an das Grundstück liefern, von da muss das Material, mit der Hilfe von vielen Trägern, über einen Pfad zum Grundstück hochgetragen werden.

1.Nach der Untersuchung des Bodengutachters kann das Erdreich für die Fundamente (12 Stück) ausgehoben werden
2. Je nach Geländeneigung wird eine Fundamentschalung, rund, ca. 50 cm Durchmesser, für Fundamentteile, die über dem Erdreich liegen, eingebaut
3. Wasser, Zement und Sand müssen zur Baustelle geliefert werden, Fundamentbeton gemischt und zum Teil ins Erdreich, zum Teil in die vorbereitete Schalung, je nach Geländeneigung, verbaut und verdichtet werden
4. Stahlprofile in verschiedenen Längen von 2,40m bis ca. 5,50 m anliefern lassen, das Gesamtgewicht beträgt ca. 1050kg bei Variante 1 mit Bambus-Dachtragwerk und 1850kg bei einem Dachtragwerk mit Stahl-Fachwerkträgern
5. Stahlskelett in vier Abschnitten zusammenschweißen, aufstellen, aussteifen und mit entsprechenden Stahlprofilen verbinden und mit Flacheisen, in Kreuzform, aussteifen
6. Seitliche Bleche zur Aufnahme der Bambuswandkonstruktion parallel zur Längsachse an die Stahlprofile schweißen
7. Flachstahl (5x50mm) zum Aussteifen der Wand und Deckenfelder von Außen auf die Stahlträger schweißen, ca. 32 Schweißpunkte
8. Die Skelettkonstruktion mit Gewindebolzen in den Fundamenten mit Schwerlastdübeln befestigen. Gewindestab mit Unterlegscheiben, Muttern und Betonschwerlastdübeln. Dazu gehört das Bohren der Löcher im Betonfundament (je 2 Stück) und den Stahlträgern
9. Holzpfosten, gehobelt, unter dem First jeweils auf den 4 Stahlträgerachse (Binderebene) mit BMF-Winkeln einbauen und auf den Stahprofilen befestigen
10. Pfetten, gehobelt, im Winkel der Dachneigung auf den Binderachsen des Stahlskeletts und den Holzpfosten mit Winkelbefestigungen und BMF-Blechen montieren. Auf den Traufseiten inkl. 1m Dachüberstand zur späteren Aufnahme der Bambussparren.

Collage211. BMF-Winkel (ca. 60x100mm) auf der Stahlkonstruktion aufschweißen und mit den Holzbauteilen Pfetten und Posten ausnageln
12. BMF-Bleche (ca. 120x240mm) mit den Holzbauteilen Pfetten und Pfosten ausnageln
13. Rundstahl (oder Gewindestäbe) ca. 12 mm Durchmesser liefern und in drei Kreuzen in die Dachkonstruktion mit den 4 Pfosten fachgerecht bohren, verschrauben und aussteifen
14. Bambussparren ca. 14cm Durchmesser alle 50 cm auf der ausgesteiften Pfettenkonstruktion befestigen. Inkl. ca. 1m Dachüberstand an den Ortgängen des Satteldaches
15. Wellblechtafeln zur Abdeckung der vorgenannten Bambussparrendachkonstruktion inkl. Firsthaubenabdeckung am Stoß der Bleche, aufschrauben, damit ist die Dichtigkeit für den Gebäudegrundriss gegeben, die Aussenwände des Gebäudes werden nun mit Planen umspannt, und die Ausbauarbeiten können nach und nach beginnen.